09.05.2020 / Artikel / /

Ein Wilder zum zweiten Wahlgang an

Mit Peter Abegg tritt ein Wilder zum zweiten Wahlgang an. Was ändert das für Ihre eigenen Wahlchancen?

Jede wilde Kandidatur bringt bei Wahlen etwas Unruhe. Peter Abegg tritt an, weil ihm die Anliegen der Bauernsame wichtig sind. Da kann ich ihn beruhigen. Auch die CVP und meine Person haben sich stets für die Anliegen der Landwirtschaft eingesetzt. Im Februar 2020 organisierte die CVP Kanton Schwyz in Rothenthurm ein interessantes Gespräch mit dem Bauernpräsident, Nationalrat Markus Ritter. In seinen überzeugenden Ausführungen informierte er die mehr als 250 Anwesenden über die Agrarpolitik 2022 des Bundes. So haben wir aus erster Hand einen aktuellen Überblick über die Sorgen und Nöte der Landwirtschaft erhalten.

Was ist ihre Motivation, als Regierungsratskandidat anzutreten?

Ich stelle mich motiviert als Regierungsratskandidat zur Verfügung, weil ich als ehemaliges Exekutivmitglied des grössten Bezirks im Kanton mit 15 Gemeinden und heute als Kantonsrat wertvolle Erfahrungen gesammelt habe. Ich bin lösungsorientiert, zielgerichtet und konstruktive Arbeit liegt mir am Herzen. «Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen.» Als Exekutivmitglied möchte ich den Wind in die richtige Richtung lenken und so Lösungen zum Wohle aller Schwyzerinnen und Schwyzer erarbeiten.

Welches Departement möchten Sie übernehmen?

Als Mitglied der Staatswirtschaftskommission habe ich einen umfassenden Einblick und ein fundiertes Hintergrundwissen in alle Departemente erhalten. In jedem Departement stehen interessante und herausfordernde Projekte an. Als Bezirksammann und Kompanie-Kommandant der Schweizer Armee konnte ich meine Führungserfahrung und meine Kompetenzen erweitern. Mit diesem breiten Wissen bin ich somit offen für Neues und bereit, das Departement zu übernehmen, das mir der Regierungsrat zuweist.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf in der Schwyzer Kantonalpolitik?

Unsere KMU, das Gewerbe, verschiedene Institutionen und Vereine sind von der aktuellen Corona-Krise direkt und massiv betroffen. Vielen Berufstätigen ist ohne eigenes Verschulden ein weitgehendes Verbot auferlegt worden. Da ist schnelles Handeln angesagt. Auch wenn die aktuelle Krisensituation uns stark fordert, will ich den Blick nach vorne richten. Innovationen und Investitionen in den Wirtschaftsstandort Kanton Schwyz sollen sich lohnen. Kontinuität und Verlässlichkeit sind mir wichtig: Attraktive steuerliche Rahmenbedingungen sowie eine ausgeglichene Finanzpolitik müssen gewährleistet bleiben. Und ich will unser Gewerbe sowie unsere leistungsfähige und produzierende Landwirtschaft weiter stärken. So kann unsere Gesellschaft mit regionalen und gesunden Nahrungsmitteln versorgt werden. Gemeinden mit Zentrumslasten sollen entlastet werden. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist durch flexible Arbeitszeitmodelle und Tagesstrukturen gezielt auszubauen. Im Bereich der Digitalisierung braucht es von allen Seiten tatkräftige Unterstützung.

Wer von euch beiden ist grüner? Weshalb?

Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich dem Stimmbürger. Persönlich will ich meine bisherige Politik konsequent fortsetzen, die ich seit 14 Jahren verfolge und entschlossen für einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt kämpfen. Nutzen wir unsere Ressourcen wie einheimische und erneuerbare Energien sowie ökologisch und lokal angebaute Produkte, welche die Auslandabhängigkeit reduzieren. Erfolgreich umgesetzte Projekte: alternativ beheizte und sanierte Bezirksgebäude, vom Volk bewilligte Photovoltaikanlagen und Fördermassnahmen sowie Lancierung der Energieregion Innerschwyz mit den Energiestadt-Gemeinden. Ich war Mitbegründer der schweizweit ersten «Energieauszeichnung an Schulen», Taktgeber des Energie-Fünflibers bei den sechs Bezirken usw. Mein Kredo: Energiepolitik ist Wirtschaftspolitik.

Angenommen, Sie würden gewählt. Was wäre ihr erster Entscheid?

Der Vorschlag der Regierung im Massnahmenpaket Finanzen 2020 (Entlastungsabzug für tiefe Einkommen, Familien- und Rentnerabzug) ist zu forcieren. Das ist eine hervorragende Lösung, um die unteren und mittleren Einkommen gezielt zu entlasten. Sie erfolgt degressiv (tiefes Einkommen = grosser Abzug, grosses Einkommen = tiefer Abzug). Der Steuerfranken soll dort eingesetzt werden, wo er nutzbringend ist und wirkungsvoll entlastet.